Aus alt mach neu

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Was eine Bezirkskonferenz ist, das sollte eigentlich jeder wissen, der sich im Umfeld der Evangelisch-methodistischen Kirche bewegt. Das hat man irgendwo schon einmal gehört, und nach einigem Nachdenken kommt man auch auf die richtige Lösung. Ja, die Bezirkskonferenz – für Insider nur BK – das ist das höchste Entscheidungsgremium innerhalb unseres Gemeindebezirkes Darmstadt-Sprendlingen. Quasi unser Parlament. Hier werden alle wichtigen Entscheidungen getroffen und die Weichen für die zukünftige Arbeit gestellt.

Soweit so gut…

Nun gibt es aber schon seit Jahren eine zweite Arbeitsgruppe mit einem ganz ähnlichen Namen, nämlich den sogenannten Bezirksvorstand. Diese Arbeitsgruppe hat bisher – wenn überhaupt – im Verborgenen agiert, was aber hauptsächlich daran lag, dass der Bezirksvorstand de facto in der Vergangenheit überhaupt nicht benötigt wurde und daher auch so gut wie nie getagt hat.

Mit der neuen BK wurde nun auch dieser Ausschuss neu besetzt.
Doch was macht eigentlich ein Bezirksvorstand?
Eine Frage, die die Neumitglieder schwer beschäftigt hat, die aber gar nicht so einfach zu klären war.
Es gibt zwar in den offiziellen Statuten unserer Kirche den ein oder anderen Hinweis, aber was das jetzt für unseren Bezirksvorstand genau bedeutet, ließ einigen Interpretationsspielraum.

Da traf es sich gut, dass unser Nachbarbezirk Mainz/Wiesbaden just am 20./21.11.15 ein Coaching-Wochenende für Bezirksvorstände angeboten hat. Da wir im Vorfeld bereits bemerkt haben, dass sich einige entscheidende Aufgabenbereiche des Ausschusses für die „Zusammenarbeit von Pastor und Bezirk“ sowie dem Bezirksvorstand überschneiden und es darüber hinaus noch eine sehr große Schnittmenge bei der Besetzung der beiden Ausschüsse gibt, haben wir beschlossen, diese beiden Ausschüsse zusammen zu legen und als ein Team von 6 Personen nach Mainz zu fahren.

Somit machten sich Pastor Mihal Hrcan, Dietmar Sellner, Irene Bleiching-Middelanis, Franziska Bechtle, Sabine Kölsch und Frank Devant auf den Weg nach Mainz, um mehr über die zukünftigen Aufgaben zu erfahren.
Da man allerdings nur schwer etwas coachen kann, was noch nicht exisitiert, haben wir unter fachkundiger Anleitung eines Expertenteams unserer Kirche die Chance wahrgenommen und an diesem Wochenende geschaut, wer wir sind, was wir können, welche Aufgaben wir bewältigen können (und wollen) und wie wir diese Aufgaben in der nächsten Zeit angehen möchten.
Das war ein sehr arbeitsreicher Prozess, an dessen Ende einerseits eine ehrgeizige Aufgabenliste stand, auf der anderen Seite aber auch die Erkenntnis, dass wir nur sehr begrenzte Kräfte und Ressourcen haben und darauf achten müssen, dass wir weder uns noch die Gemeinden mit unseren Ideen und Visionen überfordern.

Ich möchte und kann nicht alle Dinge im Einzelnen aufzählen, die wir auf unserer Agenda hatten, aber die wichtigsten Erkenntnisse und die zukünftigen Aufgabenfelder des neuen Bezirksvorstandes möchte ich doch gerne weitergeben.

Die Aufgaben lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen.

Zum einen die bürokratischen Aufgaben, die zum Teil durch die Kirchenordnung vorgegeben sind:

Der Bezirksvorstand ist das Gremium, in dem zeitkritische Entscheidungen getroffen werden, wenn es terminlich nicht möglich oder es unverhältnismäßig wäre, eine Bezirkskonferenz einzuberufen.

Der Bezirksvorstand koordiniert die terminlichen Belange des Bezirks und übernimmt die Abstimmungen zwischen den beiden Gemeinden.

Der Bezirksvorstand erarbeitet Vorschläge für die Priorisierung von Aufgaben und für die laufenden Projekte, um eine möglichst große Transparenz über die auf dem Bezirk geleisteten Aufgaben zu gewährleisten. Es soll zukünftig klar nachvollziehbar sein, wohin und in welchem Umfang die Arbeitskraft des Pastors fließt. Die erarbeiteten Vorschläge werden der BK zur Abstimmung vorgelegt.
Der Bezirksvorstand sorgt dafür, dass bezirksübergreifende Themen in geeigneter Form und in möglichst zeitnahen Abständen an die Gemeinden kommuniziert werden.

Da der neue Bezirksvorstand auch die Aufgaben des Ausschusses für die „Zusammenarbeit von Pastor und Gemeinde“ mit übernimmt, kommt auch ein zweiter Teil an Aufgaben dazu, den man mit den Stichworten „Seelsorge und Entwicklung“ belegen könnte.

Der Bezirksvorstand ist Ansprechpartner für Gemeindeglieder und für den Pastor bei Problemen, Anliegen und Wünschen. (Kummerkasten)

Der Bezirksvorstand entwickelt im Rahmen seiner Möglichkeiten bezirksübergreifende Projekte.

Der Bezirksvorstand macht sich Gedanken über die weitere Entwicklung des Bezirkes und erarbeitet entsprechende Vorschläge als Diskussionsgrundlage für die BK.

 

Man sieht – die Aufgaben des neuen Bezirksvorstandes sind mannigfaltig und wenn man ehrlich ist, ohne Hilfe gar nicht zu stemmen.

Von daher möchten wir schon jetzt um Unterstützung bitten.
Nur wenn wir ehrliches Feedback bekommen, wenn wir Ängste, Nöte, aber auch Wünsche und Ideen erzählt bekommen, kann dieses Gremium vernünftig arbeiten. Betet für uns und sprecht mit uns, dann kann der Tatendrang, den wir auf diesem Coaching-Wochenende gesammelt haben, auch über die nächsten 5 Jahre anhalten. Nur gemeinsam werden wir die Geschicke unseres Bezirkes meistern können.

Damit man auch die Namen mit Gesichtern verbinden kann, hier noch ein Foto vom Coaching-Wochenende. Auf dem Bild fehlt Pastor i.R. Rolf Huber, der leider nicht teilnehmen konnte.

 

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