»Das ist auch ›unser‹ ÖKT«

Mitte Mai findet der Ökumenische Kirchentag statt.  An prominenter Stelle sind auch Methodisten aktiv.

Unter dem Motto »Schaut hin« sollte der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) vom 13. bis 16. Mai für über 100.000 Menschen eine Festveranstaltung ökumenischer Gesinnung in Frankfurt am Main sein. Pandemiebedingt wird alles anders. »Digital und dezentral« ist seit Dezember der Untertitel dieses dritten ÖKT, dessen Veranstaltungen alle »online« mitzuerleben sind. Mit von der Partie sind auch Personen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Große Beachtung fand die Auswahl von Mareike Bloedt, EmK-Pastorin in Leinfelden-Echterdingen, die von den Programmverantwortlichen als eine der beiden Predigerinnen für den Abschlussgottesdienst ausgewählt wurde.

Abwechslungsreiches Programm

An Christi Himmelfahrt, dem 13. Mai, findet ein ökumenischer Gottesdienst statt. Ein Frankfurter Hochhausdach ist Ort des Gottesdienstes, der in Pandemiezeiten ohne Besucher vor beeindruckender Kulisse durchgeführt wird. Die ARD überträgt live. Predigen wird Frère Alois Löser, der Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé. Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK im Ruhestand, wirkt als Liturgin mit.

Am Freitag gibt es neben verschiedenen Eröffnungsveranstaltungen und einem ökumenischen Gottesdienst, der von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen veranstaltet wird, Programme, die dem interreligiösen Dialog und der Bekämpfung von Antisemitismus gewidmet sind. Dazu gehört am Vormittag auch eine Gedenkveranstaltung über das jüdische Leben in Frankfurt, in der an die Leiden durch die Shoa erinnert wird. Am Abend wird das Oratorium »EINS« uraufgeführt, natürlich digital.

Der Samstag bietet viele Gelegenheiten, sich mit Themen wie Glauben und Vertrauen, Welt- und Schöpfungsverantwortung und Zusammenhalt auseinander zu setzen. Den ganzen Tag über werden aus Frankfurt Podien, Vorträge, Workshops und geistliche Impulse ausgestrahlt und Plattformen zum Mitmachen angeboten. Am Vormittag wird bei der »Stunde zur Ökumene« unter dem Thema »Einheit in Vielfalt« Walter Klaiber, Bischof der EmK im Ruhestand, mit einem kurzen Beitrag zu sehen sein. Unter den für Kirchentage immer grundlegenden Bibelarbeiten findet sich eine Dialogbibelarbeit mit EmK-Beteiligung: Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, und Katarina Karkala-Zorba, Studienleiterin der Orthodoxen Akademie von Kreta, sprechen zusammen über das Thema »Mit Dir will ich meinen Bund aufrichten«.

Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern

Eine besondere Einladung bezieht sich auf den Samstagabend: Aus Frankfurt werden vier konfessionelle Gottesdienste und Mahlfeiern ausgestrahlt. Zeitgleich sollen an anderen Orten Gottesdienste stattfinden, in denen die individuelle Gewissensentscheidung in Bezug auf die Teilnahme an Eucharistie oder Abendmahl geachtet und das gemeinsame Glaubenszeugnis weitergetragen wird. Das dafür vom Kirchentag erstellte Materialheft »Kommt und seht – Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern« erleichtert die Planung dieser Feiern.

EmK-Pastorin predigt im Abschlussgottesdienst

Im Schlussgottesdienst am Sonntag, dem 16. Mai, ist Mareike Bloedt eine der beiden Verkündigerinnen. Sie ist Pastorin der EmK in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Den anderen Predigtteil übernimmt Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der bei Würzburg beheimateten Oberzeller Franziskanerinnen. Liturgisch begleitet wird der Gottesdienst vom römisch-katholischen Limburger Bischof Georg Bätzing, vom Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, und vom griechisch-orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen.

Deutschlandweit mitfeiern

Wenn es die Pandemielage erlaubt, sind Gemeinden in ganz Deutschland dazu eingeladen, an ihren eigenen Orten Veranstaltungen im Rahmen des Kirchentags durchführen. Eigens für diese dezentralen Angebote bietet das ÖKT-Programm Hinweise und Anregungen zur Durchführung solcher Veranstaltungen an.

Erleichterung und ökumenische Verbundenheit

Rosemarie Wenner, die von Seiten der EmK aus an den Programmplanungen mitwirkte, freut sich, dass die digitalen Möglichkeiten den Kirchentag trotz Pandemie zu den Menschen bringen. So biete sich eine vielfältige »Plattform für Diskurs und Austausch in digitalen Foren«. Außerdem, so Wenner, seien die Angebote des Kirchentags auch eine Entlastung für Gemeinden. Wenn wegen der Pandemie im Mai immer noch digitale Gottesdienst gefeiert würden, »könnten wir unsere Gemeinden ermutigen, die ÖKT-Gottesdienste an Himmelfahrt und am darauffolgenden Sonntag mitzufeiern«. Den Teams, die vor Ort Gottesdienste aufnehmen, könne damit eine Pause gegönnt werden. So sei das Mitfeiern nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit, denn »als ökumenisch engagierte Kirche ist dies auch ›unser‹ ÖKT.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Programm des 3. Ökumenischen Kirchentags
Alles auf einen Blick – Programmübersicht für den ÖKT (PDF)

Zur Information

  • Donnerstag, 13. Mai 2021, 10 Uhr, Himmelfahrtsgottesdienst, live in der ARD und bei www.oekt.de
  • Freitag, 14. Mai, 17.00 Uhr, Gottesdienst in der Matthäuskirche an der Frankfurter Messe; veranstaltet von der ACK in Deutschland gemeinsam mit der ACK Hessen-Rheinhessen und der ACK in Frankfurt (Livestream und mit Gebärdensprache).
  • Samstag, 15. Mai, 9 Uhr, »Stunde zur Ökumene« zum Thema »Einheit in Vielfalt« mit einem Beitrag von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber
  • Samstag, 15. Mai, Dialogbibelarbeit von Katarina Karkala-Zorba und Bischof Harald Rückert über Genesis/1. Mose  6,12-22 zum Thema »Mit Dir will ich meinen Bund aufrichten« (Dauer: ca. 30 min; ab 8 Uhr abrufbare Aufzeichnung)
  • Sonntag 16. Mai, 10 Uhr, Schlussgottesdienst auf der Weseler Werft in Frankfurt am Main, live im ZDF.

Dezentrale Kirchentags-Veranstaltungen
Materialheft »Kommt und seht – Ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern«

Der 3. Ökumenische Kirchentag wird gemeinsam veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die beiden vorherigen Ökumenischen Kirchentage fanden 2003 in Berlin und 2010 in München statt.
www.oekt.de

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